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Über das Projekt
Das Webjournal Hubert Fichte: Love and Ethnology  (Liebe und Ethnologie) begleitet das gleichnamige Kooperationsprojekt zwischen Goethe-Institut und Haus der Kulturen der Welt , das zwischen 2017 und 2019 mit Unterstützung der S. Fischer Stiftung und des S. Fischer Verlags an den Ausstellungs- und Präsentationsorten Lissabon, Salvador de Bahia, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, Dakar, New York und Berlin mit zahlreichen Partner*innen realisiert wird. Ausgangspunkt für Hubert Fichte:... More…
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15/10/2019  Kathrin Röggla  Berlin
Fichte zu Fuß

Kathrin Röggla ist eine zentrale Stimme der deutschsprachigen Literatur des 21. Jahrhunderts. In ihren Texten arbeitet sie häufig medienübergreifend, mit dokumentarischen Verfahren, mit den Mitteln der Komik und Ironie, experimentell und sprachkritisch sowie mit der Mündlichkeit der Schrift. In Fichte zu Fuß legt sie dar, wie sie und andere Autor*innen ihrer Generation auf Fichte Bezug nehmen und seine Fragen als ausgesprochen zeitgenössisch erkennen können. More…

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15/10/2019  Anja Schwanhäußer and Stefan Wellgraf  Salvador da Bahia
Von ethnografischen Surrealismen zu surrealistischen Ethnografien

Hubert Fichtes Ethnografie ist meist in literarische Werke eingebettet und selbst, wo sie das nicht ist, von einem Begriff der Sachlichkeit geleitet, die das Poetische und das Fixieren von Fakten am selben Pol sieht: Das hat ihm oft Vergleiche mit den “surrealistischen” literarischen Ethnologien von Autoren wie Michel Leiris eingebracht, denen er jedoch eher skeptisch gegenübersteht. Anja Schwanhäußer und Stefan Wellgraf kontextualisieren das Phänomen literarischer, insbesondere surrealistischer Außenseiter-Ethnologie in seiner globalen Verbreitung und Entwicklung während des letzten Jahrhunderts. More…

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10/10/2019  Christopher F. Laferl  Salvador da Bahia
Die schönen Körper afro-brasilianischer Männer in der Photographie Pierre Vergers (1902–1996)

Christopher F. Laferl beschreibt die ästhetischen Strategien in der ethnografischen Fotografie Pierre Vergers, der neben Jäcki und Irma wichtigsten Figur im zweiten Teil von Explosion, der in Salvador spielt. Dabei geht es um die problematische, gleichzeitig bezeichnende Konstellation aus rassistischen und kolonialen Perspektiven homosexuellen Begehrens, die dort ineinander verschränkt sind. Zugleich rekonstruiert Laferl etwas von der historischen und kulturellen Realität, die den Bildern Vergers zugrunde liegt: Welche Arbeiten, welches Leben formte die Körper, deren Schönheit sich noch nicht den Fitnessstudios verdankte, welche Sehnsüchte projizierte Verger auf sie? More…

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02/10/2019  Anselm Franke  Berlin
Zu Fichtes Entgrenzung und den Grenzen selbstreflexiver Institutionen

Kann es so etwas geben wie eine “de-institutionalisierende Kunstinstitution”? Anselm Franke, Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am HKW und gemeinsam mit Diedrich Diederichsen künstlerischer Leiter von Hubert Fichte: Love and Ethnology, schlägt den Bogen vom schriftstellerisch wie sexuell selbstreflexiven Begehren Hubert Fichtes zu den institutions- und repräsentationskritischen Bemühungen zeitgenössischer westlicher Kunstinstitutionen und konkret dem Projekt Kanon-Fragen (2016-2020) am HKW. Am Schnittpunkt von kolonialer Dialektik und den Wechselwirkungen kultureller Selbst- und Fremdbestimmung erlaubt nicht zuletzt Hubert Fichtes (selbst-)kritische Haltung zur Ethnologie eine Entgrenzung ästhetischer Erfahrung. Gleichzeitig scheinen aber auch die Grenzen seines im kohärenten Ego verfangenen Projekts auf. Diese Grenzen gilt es, über die Krisen selbstreflexiver Institutionen im Prozess ihrer Auseinandersetzung mit “globalen” Kunsttendenzen und deren Kanonisierung zu überwinden. More…

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20/09/2019  Jan-Frederik Bandel  Berlin
Hubert Fichte: Das Leben als Gerücht

Wahr oder unwahr? Der Literaturwissenschaftler Jan-Frederik Bandel zu schönen, schillernden und boshaften Gerüchten rund um die Person Hubert Fichte More…

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01/10/2018  Hubert Fichte  Dakar
Aufzeichnungen aus einem psychiatrischen Dorf (Psyche, Auszug III)
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10/08/2018  Hubert Fichte  Rio de Janeiro
Ein Geschwür bedeckt das Land
Furcht und Elend der brasilianischen Republik (Teil II)

Um 1971 seine zweite Forschungsreise nach Brasilien zu finanzieren, schrieb Hubert Fichte einen zweiteiligen Text für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Dieser erschien in den Heftnummern 5 und 6 im Jahr 1972 und bezog sich auf beide Brasilienreisen. Fichte zeichnete hier ein schonungsloses Bild der Militärdiktatur und hob insbesondere die Verwicklung von bundesdeutschen Unternehmen und der Außenpolitik hervor. Seine Analyse der brasilianischen Kultur folgt weitgehend klassisch marxistisch geprägten Modellen: ‘Die Armen’ werden von Fußball, Karneval und Candomblé abgelenkt und daran gehindert, ihr Elend zu begreifen, geschweige denn, sich dagegen aufzulehnen. In Ansätzen kann man bereits erkennen, dass Fichte im Candomblé bald eine eigenständige afroamerikanische Kultur mit widerständigen Elementen erkennen wird, doch bleibt sein Urteil im vorliegenden Text noch skeptisch. Wegen der Angriffe auf brasilianische Behörden und deren deutsche Komplizen wurde Fichte auch in Brasilien stark angefeindet. Aus Angst vor einer Verhaftung betrat er nach Erscheinen der Spiegel-Beiträge das Land einige Jahre nicht. More…

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03/08/2018  Hubert Fichte  Salvador da Bahia
Das Land des Lächelns
Polemische Anmerkungen zu Tristes Tropiques von Claude Lévi-Strauss

Hubert Fichte ist der französischen Ethnologie, deren Einfluss auch in Brasilien dominant war und ist, stets skeptisch begegnet. Exemplarisch verdichtet er seine oft geäußerten Einwände gegen die Schulen von u.a. Claude Lévi-Strauss und Pierre Verger – zuweilen nennt er auch Michel Leiris, Roger Bastide und Georges Bataille – in diesem Aufsatz, der sich an Methode, Attitüde und Ergebnissen von Lévi-Strauss’ berühmtestem Buch Tristes Tropiques (und der deutschen Übersetzung und Bearbeitung Traurige Tropen, die ihm vorlag) abarbeitet. More…

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27/07/2018  Max Jorge Hinderer Cruz and Amilcar Packer  Rio de Janeiro
Implosão: Trans(re)lating Hubert Fichte

Die zweiteilige Ausstellung an den Stationen Salvador da Bahia (MAM Museum of Modern Art, 7.11. – 17.12.2017) und Rio de Janeiro (Centro Municipal de Arte Hélio Oiticica, 25.11.2017 – 13.1.2018) widmete sich der kritischen Rezeption von Hubert Fichtes Werk und Themen wie Homosexualität, Religion, insbesondere dem Candomblé, und den Repressionen der Militärdiktatur, die Fichte vor Ort und in der literarischen Aufbereitung seiner Forschungsaufenthalte in Brasilien zwischen 1969 und 1982 setzte. Die Kuratoren von Implosão: Trans(re)lating Hubert FichteAmilcar Packer und Max Jorge Hinderer Cruz, gehen in ihrem Text auf die Projektgenese ein, die Fichtes Explosion. Roman der Ethnologie zum Ausgangspunkt nahm. Sie skizzieren die Schwierigkeit wie auch Strategien, zu Fichte als europäischem Schriftsteller und in Brasilien forschendem Ethnologen zu arbeiten, ohne diesen dabei in das Zentrum der verhandelten Themenfelder zu rücken. More…

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24/10/2017  Peter Braun  Lisboa
Sesimbra – am Rand von Europa

Der Germanist und Medientheoretiker Peter Braun zeigt die Themen und erzählerische Stränge des Romans Eine Glückliche Liebe auf. Er setzt sie ins Verhältnis zu seinen Entstehungsbedingungen und dazu, wie diese im Roman erscheinen. Braun situiert den Roman auch als Station der Bio-Geografie, die Hubert Fichte und Leonore Mau über den Atlantik und entlang der afrikanischen und afro-diasporischen Küsten durch die Geschichte der Empfindlichkeit führen wird: als Ausgangspunkt. More…

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22/10/2017  Hubert Fichte  Salvador da Bahia
Explosion (Auszug II)
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20/10/2017  Hubert Fichte  Lisboa
Forschungsbericht (Auszug)

Hubert Fichtes Forschungsbericht steht an einem Wendepunkt in der Geschichte der Empfindlichkeit: Das fotografierende, forschende “Ethnologenehepaar” Irma und Jäcki gerät an die Grenzen seiner alternativen Ethnologie. Jäcki vergräbt sich in Methodenfragen und wird immer skeptischer: Der Roman, so die Fichte-Herausgeberin Gisela Lindemann in der “Editorischen Notiz”, “beschreibt und inszeniert (…) den Zusammenbruch aller bundesrepublikanischen (und europäischen) Versuche, auf die Herausforderung durch das vielschichtige Elend der Menschen in der Dritten Welt engagiert zu reagieren”. Allein das Versprechen des Aufbruchs scheint zu funktionieren, alles andere wird zur Literatur, von der er sich eigentlich entfernen wollte: “Das ist es. Forschungsbericht. Roman. (…) Die Wissenschaften sind Romane über Helden wie Hegel, Freud, Lacan. Die Verfasser sind die Titel.” Der Roman schildert eine Reise, die Fichte und Mau im Februar 1980 nach Belize führt und wurde im April 1981 beendet. Er bildet den Band XV der Geschichte der Empfindlichkeit. More…

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23/09/2017  Jürgen Bock  Lisboa
Vertan, vertan, sprach der Hahn – und stieg von der Ente

Wie ein Projekt zu Hubert Fichte und seinem und Leonore Maus großen ethnologischen Projekt starten? Der Ko-Kurator von Hubert Fichte: Love and Ethnology, Jürgen Bock, führt ein in die Genese der von ihm kuratierten Gruppenausstellung Mistake! Mistake! said the rooster… and stepped down from the duck an der Lissaboner Projekt-Station Lumiar Cité. Ein Durchgang durch Ideen, Planungen und Verwicklungen, ausgehend von der Übersetzung von Fichtes Eine Glückliche Liebe ins Portugiesische und der Rückkehr an die Ausgangsorte dieses Schlüsselwerks. More…

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18/10/2019  Hubert Fichte  Lisboa
Ketzerische Bemerkungen für eine neue Wissenschaft vom Menschen

Am 12. Januar 1977 hält Hubert Fichte vor der Frobenius-Gesellschaft in Frankfurt am Main, also an einem Ort der klassischen deutschen Ethnologie, einen Vortrag, dem er den Titel Ketzerische Bemerkungen für eine neue Wissenschaft vom Menschen gibt. Er argumentiert darin nicht nur für eine Abwendung aller distanzierenden akademischen Praktiken, sondern vor allem für eine Engführung von poetischer und sachbezogener, journalistisch faktensichernder Sprache. Die Offenlegung eigener Interessen, gerade auch emotionaler, libidinöser und ökonomischer Bedingungen ist wichtiger als die Chimäre einer Objektivität. Fichte versucht dabei das Geforderte im Stil seines Vortrags vorzuführen. More…

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15/10/2019  Fabian Saul  Berlin
But, to speak with / Orphaned Angels
[Über die Figur des Flaneurs im Werk Hubert Fichtes und Jean Genets]

Dieser Essay unternimmt den Versuch einer Einordnung von Hubert Fichtes Werk jenseits der oft bemühten ethnologischen, ethnopoetischen oder anthropologischen Lesart, indem er sich direkt auf Fichtes Poetologie bezieht. In Form einer Collage bringt er seine Texte ins Gespräch mit anderen, insbesondere Jean Genet, dessen Begegnung mit Fichte in Paris 1975 hier eine besondere Rolle einnimmt. Im Sinne der zwei Bewegungen, die Fichtes poetologisches Konzept kennzeichnen, zeichnet sich so nicht nur ein anderer Blick auf das Oeuvre Fichtes ab, sondern auch ein anderer Flaneur-Begriff. More…

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14/10/2019  Stephan Kammer  Lisboa
Zeiträume des Reisens. Fichtes mediales Apriori

Stephan Kammer erklärt die Beziehung zwischen den Wegen des sogenannten Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Südamerika – und damit den Medien des Kolonialsystems und des Black Atlantic – zu den Reisen in Fichtes Projekt unter anderem als eine “Verräumlichung von Zeit”. Er setzt sie in Verbindung zu Fichtes prinzipiell einigermaßen “materialistischem” Verhältnis zu seinen Medien – Buchseiten ebenso wie Radiowellen. More…

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08/10/2019  Hubert Fichte  Berlin
Ein Leben Jäckis

“Der kleine Text Ein Leben Jäckis, 1969 in der österreichischen Zeitschrift protokolle gedruckt, aber selbst Kennern kaum je ins Auge gefallen, gehört zu den ungewöhnlichsten Veröffentlichungen Hubert Fichtes: In ausgeprägt komischer Prosa lässt er darin seinen Protagonisten Jäcki, Zentralgestalt fast aller seiner Romane, eine Pirouette der Geschlechtsumwandlungen und der damit verbundenen Paarsituationen durchlaufen, kontrastiert mit Zitaten aus einer populärhistorischen Chronik, die einige Etappen der gewalttätigen Geschichte des 20. Jahrhunderts verzeichnet.”

(Aus: Jan-Frederik Bandel, “Messer und Scheide – Androgynie, Bisexualität und Gewalt bei Hubert Fichte”, in Neue Rundschau, 121. Jahrgang 2010, Heft 4, S. 205–216, hier 205.) More…

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27/09/2019  Rosa Eidelpes  Berlin
“Brainwashing”: Zu einer politischen Dimension der Trance bei Fichte

Hubert Fichte kritisierte in zahlreichen seiner Texte die afro-diasporischen Trancepraktiken als “Gehirnwäsche”. Aber spiegelt diese Kritik nicht auch das verbreitete Gefühl einer Fremdbestimmtheit durch einen als totalitär gedachten, kapitalistischen Verblendungszusammenhang, das die Nachkriegsgeneration umtrieb? Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Rosa Eidelpes untersucht Hubert Fichtes Verhältnis zu Trancepraktiken, seine Annahme und das Bedürfnis nach einer “Befreiung des Psychischen” und legt dabei totalitarismus- und verschwörungstheoretische Tendenzen in seinem Werk offen. More…

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10/04/2019  Diedrich Diederichsen  Berlin
Jäcki und Irma reisen um die Welt

Was wir von Leonore Maus Werdegang als Fotografin wissen, wissen wir in erster Linie von der Figur Irma aus den Romanen von Hubert Fichte. Irma ist die zweite Hauptfigur von vielen, vor allem seiner späten Romane aus dem Zyklus Die Geschichte der Empfindlichkeit: In dem Roman Hotel Garni, den Fichte erst gegen Ende seines Lebens vollendet, geht es um das Kennenlernen des schwulen Dichters und der arrivierten verheirateten Fotografin und Mutter. Sie reden über ihr jeweiliges Aufwachsen, weibliche Hetero- und männliche Homosexualität und Sexualität überhaupt, über Kunst, Musik, Fotografie und die Nazis. Die Gespräche sind sehr offen und direkt, manchmal auch abgebrüht humorvoll. More…

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01/10/2018  Hubert Fichte  Dakar
Zweites Gespräch mit Maurice Dorès am 29. Mai 1976 (Psyche, Auszug II)
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04/09/2018  Hubert Fichte  Santiago de Chile
Explosion (Auszug III)
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03/08/2018  Hubert Fichte  Rio de Janeiro
Ein Geschwür bedeckt das Land
Furcht und Elend der brasilianischen Republik (Teil I)

Um 1971 seine zweite Forschungsreise nach Brasilien zu finanzieren, schrieb Hubert Fichte einen zweiteiligen Text für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Dieser erschien in den Heftnummern 5 und 6 im Jahr 1972 und bezog sich auf beide Brasilienreisen. Fichte zeichnete hier ein schonungsloses Bild der Militärdiktatur und hob insbesondere die Verwicklung von bundesdeutschen Unternehmen und der Außenpolitik hervor. Seine Analyse der brasilianischen Kultur folgt weitgehend klassisch marxistisch geprägten Modellen: ,Die Armen‘ werden von Fußball, Karneval und Candomblé abgelenkt und daran gehindert, ihr Elend zu begreifen, geschweige denn, sich dagegen aufzulehnen. In Ansätzen kann man bereits erkennen, dass Fichte im Candomblé bald eine eigenständige afroamerikanische Kultur mit widerständigen Elementen erkennen wird, doch bleibt sein Urteil im vorliegenden Text noch skeptisch. Wegen der Angriffe auf brasilianische Behörden und deren deutsche Komplizen wurde Fichte auch in Brasilien stark angefeindet. Aus Angst vor einer Verhaftung betrat er nach Erscheinen der Spiegel-Beiträge das Land einige Jahre nicht. More…

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27/07/2018  Hubert Fichte  Rio de Janeiro
Wolli Indienfahrer

Im Sommer 1969 führte Hubert Fichte ausführliche Interviews mit zwei weiblichen und zwei männlichen Sexarbeiter*innen in Hamburg, dazu zwei mit dem befreundeten Bordellbesitzer Wolli (Wolfgang Köhler). Sie erschienen 1972 als Interviews aus dem Palais D’Amour etc.; 1978 erweitert um ein zusätzliches Gespräch mit Wolli als Wolli Indienfahrer. Da Fichte bis zum September 1969 in Brasilien war, ist die genaue Entstehungszeit unklar. Einige Quellen behaupten, die Interviews seien bereits 1968 geführt worden. Die Ethnologien der „fremden“ und der „eigenen“ Kultur beginnen bei Fichte aber gewissermaßen zeitgleich. Im Folgenden bringen wir kurze Ausschnitte aus den vier Sexarbeiter*innen-Gesprächen. More…

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26/10/2017  Hubert Fichte  Lisboa
Eine Glückliche Liebe (Auszug)
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24/10/2017  Diedrich Diederichsen  Lisboa
Sexualität, Folter, Bi-Kontinentalität – Widerstand, Theorie und politische Heuristik in Hubert Fichtes Geschichte der Empfindlichkeit

Der Kulturwissenschaftler und Kritiker Diedrich Diederichsen benennt drei Themen in einem Essay, der ursprünglich zu einer ebenfalls von Jürgen Bock – dem Kurator der ersten Station, Lissabon – konzipierten Veranstaltung entstanden ist: Sexualität, Folter und Bi-Kontinentalität. Diese ziehen sich durch die gesamte Geschichte der Empfindlichkeit und sind bereits in Eine Glückliche Liebe präsent, bevor sie im Roman Forschungsbericht kulminieren. Sexualität als utopische Chance einer körperlichen, globalen menschlichen Vereinigung; Folter als die körperliche Realität von Unterdrückung und Bi-Kontinentalität als ein Arbeitsbegriff für die Forschung am damals noch nicht so genannten Black Atlantic, der afrikanischen Diaspora. More…

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20/10/2017  Peter Braun  Salvador da Bahia
Salvador da Bahia – Auf der Suche nach einer Ethnologie der Empfindlichkeit

Der Germanist und Medientheoretiker Peter Braun beschreibt die Entstehung ethnologischer Fragestellungen und Praktiken auf Hubert Fichtes Weg anhand der Erfahrung, die dieser in Salvador da Bahia 1971 und 1972 machte. Er nimmt dafür nicht allein die Inhalte des Romans Explosion in den Blick, sondern betrachtet diese auch im Verhältnis zu Fichtes Studien Xango, Petersilie und Lazarus und die Waschmaschine, die außerhalb der Geschichte der Empfindlichkeit noch zu Lebzeiten des Schriftstellers und Ethnologen erschienen. Daneben gibt Braun sehr lesenswerte Einführungen in die Geschichte des Candomblé und anderer westafrikanisch geprägter Religionen, die aus der Yorubá-Tradition stammen und die Fichte in Südamerika und der Karibik studieren wird. More…

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20/10/2017  Hubert Fichte  Rio de Janeiro
Explosion (Auszug I)
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